PERSONELLES

Arbeitszeiten – welches Arbeitsmodell passt zu Ihrem Unternehmen

Für Arbeitnehmer gewinnen flexible Arbeitszeiten an Bedeutung. Ein wichtiger Treiber sind neue Ansprüche an die individuelle Balance zwischen Privat-und Berufsleben. Die KMU sind gefordert.

 

Ob alleinstehend und jung, Eltern mit Kleinkindern, Wiedereinsteigerin oder bereits mit der Pensionierung am Horizont – die Ansprüche von Arbeitnehmern an die Gestaltung ihrer Arbeitszeit sind heute sehr vielfältig. Sie verändern sich mit der jeweiligen Lebenssituation und sollen eine gute Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ermöglichen. Als Unternehmer fährt man am besten, wenn man diese Entwicklung aktiv gestaltet – so wie sie zum eigenen Unternehmen am besten passt.

 

Verschiedene Ansätze prüfen
Die einfachste Variante einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung sind Gleitzeitmodelle. Sie definieren eine Kernarbeitszeit, die alle einhalten müssen. Teilzeitmodelle lassen eine weitere Flexibilisierung zu. Sie ermöglichen unterschiedlichste Kombinationen von Arbeits- oder Halbarbeitstagen. Als weitere Variante bietet sich Jobsharing an, bei dem sich zwei Arbeitnehmer eine Stelle teilen und sich idealerweise weitgehend eigenverantwortlich organisieren. Das Modell der Jahresarbeitszeit eignet sich gut für Unternehmen mit saisonal schwankender Arbeitsbelastung. Aus Arbeitnehmersicht ist es aber generell attraktiv: beispielsweise ermöglicht es Eltern, ihre Arbeitszeit nach den Schulferien auszurichten und so ohne zusätzliche Fremdbetreuung auszukommen. Ein Ansatz, der an Bedeutung gewinnt, ist Homeoffice. Er ermöglicht es Mitarbeitenden, deren Tätigkeit dafür infrage kommt, teilweise zu Hause zu arbeiten, um z.B. Erziehungsaufgaben und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bringen.

Je flexibler ein Arbeitszeitmodell ist, umso mehr braucht es begleitende Regelwerke. Diese müssen alle wesentlichen Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmern berücksichtigen und die Handhabung möglichst konkret definieren.

 

Betriebliche Notwendigkeiten
Jedes Unternehmen, das eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten in Betracht zieht, muss sich mit ein paar Grundsatzfragen befassen: Wie weit besteht bei den Mitarbeitenden Bedarf? Machen es flexiblere Arbeitszeiten – als Bestand teil attraktiver Anstellungsbedingungen – im Branchenumfeld vielleicht einfacher, qualifiziertes Personal zu finden und zu halten? Wie viel Spielraum lassen die Tätigkeiten des Unternehmens und die Abläufe für mehr Flexibilität bei den Arbeitszeitmodellen? Und welches Arbeitszeitmodell – oder welche Kombination davon – passt am besten?

Wie in jedem Veränderungsprozess braucht es eine sorgfältige Analyse- und Planungsphase. Wichtig ist auch, die Mitarbeitenden früh und möglichst aktiv einzubeziehen und transparent zu informieren. Auch der Beizug von Spezialisten, die Know-how, Entlastung und eine Aussensicht einbringen, kann zum Erfolg beitragen.

 

Moderner Arbeitgeber
Eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten bringt Vorteile auf beiden Seiten. Arbeitnehmer, welche die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit flexibel einzuteilen, sind zufriedener, motivierter und effektiver. Darüber hinaus schärfen Sie als Arbeitgeber mit fortschrittlichen Anstellungsbedingungen das Image Ihres Unternehmens und verschaffen sich positive Argumente im Kampf um die besten Fachkräfte.

 

 

Tipp:
Gesetzliche Leitplanken
Die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften des Arbeitsgesetzes gelten auch für flexible Arbeitszeitmodelle. So darf pro Woche nicht mehr als 45 bzw. 50 Stunden (je nach Betrieb) gearbeitet werden. Wird die Höchstarbeitszeit überschritten, leistet der Arbeitnehmer keine Überstunden, sondern Überzeit. Pro Kalenderjahr sind insgesamt maximal 170 Stunden bzw. 140 Stunden Überzeit erlaubt. Gemäss Arbeitsgesetz sind zeitlich beschränkte Ausnahmen möglich. Auch für die täglichen Arbeits- und Ruhezeiten gelten gesetzliche Regeln.

 

Tipp:
Hilfe bei der Evaluation
Die Staatskanzlei des Kantons Bern stellt mit ihrer «Tool-Box Teilzeit» interessante Materialien zur Verfügung: beispielsweise einen Fragebogen, mit dem man analysieren kann, ob eine Tätigkeit auch in Teilzeit oder im Jobsharing ausgeübt werden kann.
www.sta.be.ch

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